Digitalnetze
Strukturierte Verkabelung für Gewerbeobjekte
Strukturierte Verkabelung heißt: eine anwendungsneutrale Infrastruktur, die Telefonie, Datenverkehr, Gebäudetechnik und Sicherheitssysteme gemeinsam trägt. Sie gliedert sich in Primär-, Sekundär- und Tertiärbereich – vom Gebäudeanschluss über die Etagenverteiler bis zur Anschlussdose am Arbeitsplatz. Verkabelt wird sternförmig: Jeder Anschluss führt auf direktem Weg zum zuständigen Verteiler. Das kostet zunächst mehr Kabel, ist aber die einzige Topologie, die sich normgerecht messen, dokumentieren und im Fehlerfall in wenigen Minuten eingrenzen lässt. Gewachsene Kaskaden aus Switches unter Schreibtischen leisten das nicht.
Normen, Kategorien, Abnahme
Grundlage der Planung sind die DIN EN 50173 und die ISO/IEC 11801, die Anforderungen an Struktur und Übertragungsstrecken festlegen. Für die Installation innerhalb von Gebäuden gilt insbesondere die DIN EN 50174-2 mit Vorgaben unter anderem zu Biegeradien, Erdung und Potentialausgleich sowie zur Trennung von Energie- und Kommunikationsverkabelung.
Bei Neuinstallationen planen wir Kupferverkabelungen mit Komponenten der Kategorie 6A und Übertragungsstrecken der Klasse EA. Die Klasse EA ist bis 500 MHz spezifiziert und unterstützt 10-Gigabit-Ethernet über eine Kanallänge von bis zu 100 m. Für Verbindungen zwischen Gebäuden oder größere Distanzen innerhalb eines Objekts planen wir in der Regel Lichtwellenleiter statt Kupfer.
Jede installierte Verkabelungsstrecke wird einzeln gemessen. Das Messprotokoll ist Bestandteil der Abnahme und keine Zusatzleistung. Damit verfügen Sie im Störungsfall über einen dokumentierten Ausgangszustand und können Reklamationen gegenüber Dritten sachlich und nachvollziehbar begründen.
Netzwerke im Büro
Im Bürogebäude bestimmt die Anzahl der Anschlüsse je Arbeitsplatz die Auslegung – üblich sind zwei Datendosen pro Platz, dazu Reserven für spätere Umbauten. Besprechungsräume brauchen Anschlüsse für Konferenztechnik und Displays, Druckerinseln eigene Ports. Bei flexiblen Arbeitsplatzkonzepten legen wir die Anschlussdichte bewusst höher aus, weil nachträgliche Erweiterungen im belegten Gebäude teurer sind als Reserven in der Erstinstallation.
Für die WLAN-Versorgung planen wir die Access Points nach Fläche, Wandaufbau und Nutzerdichte statt nach gleichmäßigem Raster; jeder Access Point erhält eine eigene Leitung. Kritische Strecken zwischen den Etagenverteilern führen wir bei Bedarf redundant aus.
Netzwerke im Einzelhandel
Im Handel hängt der Umsatz direkt am Netz: Kassen und Zahlungsterminals, WLAN für Personal und Kunden, Kameras, Zutrittstechnik und elektronische Preisschilder. Viele dieser Geräte werden über PoE mit Strom versorgt, was Leitungsführung und Verteilerplanung beeinflusst. Für Filialnetze legen wir einen einheitlichen Standard fest, sodass jede neue Filiale nach demselben Schema entsteht und der Rollout planbar bleibt. Zusammen mit der Elektroinstallation im Ladenbau kommt beides aus einer Hand.
Serverraum und Verteiler
Etagenverteiler und Serverschränke planen wir nach Anzahl der Ports, Wärmelast und Zugänglichkeit. Dazu gehören Kühlung beziehungsweise Belüftung, saubere Rangierung, eine durchgängige Beschriftung von Dose, Kabel und Patchfeld sowie die Dokumentation, die im Störungsfall tatsächlich weiterhilft. Ein Schrank, dessen Beschriftung nach zwei Umbauten nicht mehr stimmt, kostet bei jeder Störung Zeit.
Unterbrechungsfreie Stromversorgung
Kritische Netzknoten sichern wir mit einer USV ab: Server- und Verteilerschränke, Kassensysteme, sicherheitsrelevante Technik und Steuerungen in der Produktion. Die Auslegung folgt der Frage, welche Systeme wie lange weiterlaufen müssen – für den geordneten Herunterlauf oder bis zum Anlauf einer Ersatzstromversorgung. Wo Netzwerktechnik und Beleuchtungssteuerung zusammentreffen, planen wir beides gemeinsam; siehe dazu unsere Steuerungssysteme für Gewerbeobjekte.
Referenzprojekte
Planung, Montage, Dokumentation
Am Anfang steht der Netzwerkplan: Anschlusspunkte, Trassen, Verteilerstandorte, Kategorien und Mengen. Danach folgen Montage, Messung jeder Linie, Beschriftung und Dokumentation – Sie erhalten Bestandsplan, Messprotokolle und Verteilerdokumentation zur Abnahme. Wir montieren im laufenden Betrieb, in Randzeiten oder nachts, und ohne dass Ihr Personal Aufgaben übernehmen muss. Für Termine, Aufmaß und Rückfragen erreichen Sie uns direkt über unsere Kontaktseite.
Ablauf – so läuft Ihr Projekt ab
- Netzwerkplan – Anschlusspunkte, Trassen, Verteilerstandorte, Kategorien und Mengen.
- Montage – Installation im Neubau oder im belegten Bestand, auf Wunsch in Randzeiten oder nachts.
- Messung – jede Verkabelungsstrecke wird einzeln gemessen und beschriftet.
- Übergabe – Bestandsplan, Messprotokolle und Verteilerdokumentation zur Abnahme.
Deutschlandweit im Einsatz
AVA TECH installiert Datennetze in ganz Deutschland. Unsere Montageteams arbeiten regelmäßig in Berlin, München, Hamburg, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf sowie an Standorten außerhalb der Ballungsräume. Für Filialnetze übernehmen wir den Rollout standortübergreifend: gleicher Aufbau, gleiche Materialliste, gleiche Dokumentation an jedem Standort – das verkürzt spätere Störungssuche erheblich.
Häufige Fragen
Welche Kategorie brauche ich – Cat 6 oder Cat 6A?
Für 10-Gigabit-Ethernet über eine Kanallänge bis 100 m planen wir mit Cat 6A-Komponenten und Übertragungsstrecken der Klasse EA. Diese sind bis 500 MHz spezifiziert. Bei Neuinstallationen setzen wir grundsätzlich auf Cat 6A, um Reserven für zukünftige Anwendungen zu schaffen.
Erhalte ich Messprotokolle?
Ja. Jede installierte Verkabelungsstrecke wird einzeln gemessen. Das Messprotokoll gehört zur Abnahme und dokumentiert den Ausgangszustand Ihrer Anlage. Sie erhalten es zusammen mit Bestandsplan und Verteilerdokumentation.
Können Sie im laufenden Betrieb installieren?
Ja. Wir arbeiten abschnittsweise, in Randzeiten oder nachts. So können Verkaufs- und Bürobetrieb in der Regel weiterlaufen, ohne dass Ihr Personal Aufgaben bei der Installation übernehmen muss.
Übernehmen Sie auch die Elektroinstallation?
Ja. Elektroinstallation und Datennetz kommen aus einer Hand. Das reduziert den Koordinationsaufwand zwischen Gewerken und vermeidet Schnittstellenprobleme bei Kabeltrassen und Verteilern.
Wie lange dauert die Installation für eine Filiale?
Das hängt von Fläche, Anschlusszahl und Zugänglichkeit ab. Nach dem Aufmaß nennen wir einen verbindlichen Termin.
Sie erhalten den Netzwerkplan für Ihr Objekt, eine Materialliste und ein transparentes Angebot – inklusive Messung und Dokumentation.